Druckansicht - Wednesday 16. May 2012
Rezensionen

 

Nach diesen Gesichtspunkten rezensieren wir

 



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Jürgen Rausch:

Schule führen im Spannungsfeld von Stabilisierung und Veränderung
Zur Begründung eines Managementmodells an evangelischen Schulen


Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften (VS Research) 2010
Paperback, 498 Seiten, Preis: EUR 49,90

 

 

Rezension von Thomas Krobath

 

1. Worum geht es?

Das bildungspolitische Gezänk und der gruppenspezifische Interessenskampf um die Zukunft unserer Schulen machen deutlich, dass in diesem Bereich noch viel Bewusstseinsarbeit zur Professionalisierung und nachhaltigen Gestaltung des Bildungswesens und der einzelnen Schulorganisationen zu leisten ist. Die Schulforschung liefert dazu in den letzen Jahren zunehmend genauere Ergebnisse zur Klärung und Orientierung in einzelnen Fragen.

 

Während es eine Fülle an pädagogischen Entwicklungen gibt, besteht für die dringenden Fragen der Schulleitung und des Managements angesichts der Vielfalt an Ansprüchen der Schule gegenüber sowie angesichts der steigenden innerschulischen Komplexitäten noch ein großer Forschungs- und Entwicklungsbedarf. Hier geht die vorliegende Arbeit von Jürgen Rausch, der auch persönlich Erfahrung als Schulleiter gewonnen hat, einen mutigen Schritt voran und entwickelt ein detailliertes Managementmodell für Schulen, das er in seiner systemischen Konkretion für die Erfordernisse evangelischer Schulen zuspitzt. Um ein solches Modell in seinen Möglichkeiten adäquat auszuloten und in seiner Notwendigkeit angemessen zu diskutieren, braucht es eine entscheidende mentale Weichenstellung: Eine kritische Professionalisierung von Schulleitung jenseits der Polarisierung von Ökonomie und Pädagogik zuzulassen. Hier setzt dieses Buch eine hervorragende Intervention für eine ausbalancierte und kontextabgestimmte Handlungsfähigkeit des Managements in den komplexen Bezügen einer Schule von heute. Die Aufgaben des Schulmanagements sind für den Autor, "die Schule hinsichtlich ihrer Qualität und ihrer Zukunftsfähigkeit nachhaltig weiterzuentwickeln und die dafür notwendigen Prozesse beherrschbar, also ziel- und ergebnisorientiert zu gestalten und die dafür notwendigen Unterstützungsprozesse zu initiieren" (S. 25).

 

Das Ziel der Studie ist ein doppeltes: LehrerInnen in der Leitung von Schulen und das Führungssystem der Organisation Schule zu professionalisieren. Als Ergebnis wird ein Managmentstrukturmodell für eine als Dienstleistungsunternehmen verstandene Schule auf Basis der systemisch-konstruktivistischen St. Galler Managementkonzepte präsentiert.

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Martin Jäggle/Thomas Krobath/Robert Schelander (Hg.)

unter Mitwirkung von Edda Strutzenberger und Heribert Bastel:

lebens.werte.schule

Religiöse Dimensionen in Schulkultur und Schulentwicklung

 

Berlin - Wien: LIT Verlag 2009
Paperback, 512 Seiten

 

Rezension von Mónika Solymár

In: Amt und Gemeinde, 61. Jahrgang, Heft 1, 2010, S.82-85

 

Rezension von Klaus Steiner

In: Christliche Pädagogische Blätter, 123. Jahrgang, Heft 1, 1010, S.61

 

Rezension von Anna-Christina Petermann

In: Schulfach Religion, 29. Jahrgang, Nr. 1-2, 2010, S.205-209

 

 



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Sebastian Boller:

Kooperation in der Schulentwicklung

Interdisziplinäre Zusammenarbeit in Evaluationsprojekten

 

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften (VS Research) 2009
Paperback, 384 Seiten, € 39,90

 

 

Rezension von Thomas Krobath

 

1. Worum geht es?

Evaluation wird immer mehr zu einem unhinterfragten Ritual in allen Bildungsbereichen. Es scheint, als wäre die bloße Durchführung von Evaluation bereits Ausweis institutioneller Existenzberechtigung. Wer kommt schon dazu, noch genauer darüber nachzudenken? Die als Buch veröffentlichte Dissertation von Sebastian Boller leistet eine "Evaluation der Evaluation" (S. 186), exemplarisch natürlich: Am konkreten Beispiel von zwei Evaluationsverfahren nach einem dabei kreierten Modell kooperativer schulinterner Evaluation am Oberstufen-Kolleg Bielefeld.

 

Es geht um die Zusammenarbeit von Lehrkräften und externen EvaluatorInnen in interdisziplinären Teams zur schulinternen Evaluation und zur darauf basierenden Unterrichts- und Schulentwicklung. In qualitativen Mikroanalysen werden die Deutungen und unterschiedlichen Realisierungen von Kooperation durch die beteiligten AkteurInnen rekonstruiert, um daraus detailgenau Schwierigkeiten und Chancen dieses speziellen Evaluationsmodells aufzuzeigen und auszuwerten. Das Erkenntnisziel liegt in einer empirisch abgesicherten Klärung von Strukturmustern und Erfolgsbedingungen schulischer Kooperation mit dem speziellen Interesse, schulinterne Evaluation als integralen Bestandteil innerer Schulentwicklung zu stärken. Angesichts des "roll back" schulischer Steuerungspolitik zu einseitig ausgerichteten externen Evaluationsformen strebt die Untersuchung auch eine bildungspolitische Relevanz an – zu Recht, wie mir scheint.

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© 2008 Initiative lebens.werte.schule
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